Aktuelles

Beobachtungshinweise


Sternwarte am 27. Juli 2018, ab 20 Uhr geöffnet

Totale Mondfinsternis und Marsopposition beobachten in der Volkssternwarte Rothwesten

Nach knapp drei Jahren ist es wieder soweit: In der Volkssternwarte Rothwesten kann am 27. Juli eine totale Mondfinsternis beobachtet werden. Ab 20:24 Uhr MESZ taucht der Vollmond (dieser sogenannte 1. Kontakt bleibt unsichtbar in Deutschland) in den Kernschatten der Erde ein und wird ca. eine Stunde später vollkommen von diesem verdunkelt. Nur von der Erdatmosphäre gebeugtes Sonnenlicht wird dann den Mond für etwa 1 ¾ Stunden in ein geheimnisvolles kupferrotes Licht hüllen. Um 23:13 Uhr MESZ tritt der Mond wieder aus dem Erdschatten aus und nach einer guten Stunde endet um 00:19 Uhr MESZ auch die partielle Phase.

Mondfinsternis 28.9.2015, partielle Phase. Infolge der Langzeitbelichtung sind Bereiche außerhalb des Erdschattens überbelichtet, verdunkelte dagegen rötlich gefärbt.

Die diesjährige Mondfinsternis weist einige Besonderheiten auf: Zunächst wird der volle Mond am Osthorizont gegen 21:06 Uhr MESZ bereits teilverfinstert aufgehen, während im Westen die Sonne nur wenige Minuten später untergeht. Die „falsche“ Mondsichel verliert schnell an Größe und vorübergehend wird der Mond ab 21:30 Uhr MESZ fast vollständig am noch hellen Abendhimmel verschwinden. Erst im Verlauf der Dämmerung wird sich ein anfangs blass-rötlicher, später kupferroter Vollmond aus dem dunkler werdenden Himmelshintergrund hervortreten. Die rote Färbung ist im Übrigen darauf zurückzuführen, daß die Erdatmosphäre die Lichtstrahlen der Sonne wie eine Linse um den Globus herum lenkt und dabei gleichzeitig die blauen Lichtanteile absorbiert. Das langwellige rote Licht dagegen durchdringt die Atmosphärenluft fast ungestört, wird abgelenkt (gebrochen) und trifft auf die beschattete Mondoberfläche. Von der Erde aus erscheint der Mond im reflektierten Licht folglich rot . *

Zu den Besonderheiten dieser Mondfinsternis zählt außerdem die beachtenswert lange Dauer der Totalität: Sie ist mit 103 Minuten die längste dieses Jahrhunderts. Die Dauer der Totalität ist abhängig davon, ob sich der Mond mehr oder weniger zentral durch den Erdschatten bewegt. Je zentraler, desto länger (und dunkler).

Mondfinsternis 16.5.2003, während der partiellen Finsternis war der verdunkelte Bereich am Taghimmel unsichtbar und der Mond zeigte eine "falsche" Sichel

Planetenparade und Marsopposition

Glücklicherweise wird es den Besuchern in der Sternwarte Rothwesten aber auch während der „mondlosen“ Frühdämmerung nicht langweilig werden, denn am Abendhimmel tummeln sich bereits mehrere helle Planeten: Im Westen steht Venus in hellem Glanz, während Gasriese Jupiter und Ringplanet Saturn jeweils etwas westlich bzw. östlich des Meridians stehen. Mars gesellt sich ab ca. 21:50 Uhr zum Planetenreigen und beeindruckt durch seine enorme Helligkeit. Sein intensives rötliches Licht und die geringe Entfernung von ca. 6° zum verfinsterten, rot gefärbten Mond bieten den Beobachtern einen grandiosen Anblick. Wie der Mond steht auch Mars am 27. Juli auf seiner Umlaufbahn genau in Opposition zur Sonne und wird deshalb maximal beleuchtet. Aufgrund des fast geringstmöglichen Abstandes zur Erde erscheint er nun besonders groß und somit extrem hell. Mars wird erst am 11. September 2035 der Erde wieder so nahe sein. Dass am 27. Juli die nahe Opposition von Mars und die totale Mondfinsternis auf den selben Tag fallen, ist allerdings nur ein – allerdings grandioser – Zufall.

 

Saturn 8.7.20017 Jupiter 8.7.2014

Mars 14.7.2014 mit Staubsturm

 

ISS-Vorbeiflug während der Totalität

Nicht genug, dass Mondfinsternis, Marsopposition und Planetenparade am 27. Juli gleichzeitig stattfinden. Auch die Internationale Raumstation mit Alexander Gerst und seiner Crew wird gegen 22.31 MESZ am Westhimmel nahe Venus als heller Stern über die Sternwarte hinwegziehen, und das während der Totalität.

ISS 9.3.2010

Daten für den ISS-Überflug für Kassel

Beste Beobachtungsbedingen (unter vorbehalt der Witterung)

Dass diese Ereignisse auch noch arbeitnehmerfreundlich an einem Freitag und vor Mitternacht stattfindet, rundet die Superlativen für diesen besonderen Beobachtungsabend ab. Mit dem Häuschensbergturm besitzt die Volkssternwarte einen im Sinne des Wortes! herausragenden Standort für die Beobachtung der Gestirne. Durch die sehr gute Horizontsicht kann zudem die Mondfinsternis von Beginn an beobachtete werden. Das Team der Volkssternwarte freut sich also auf reges Besucherinteresse und öffnet bei klarem Himmel um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

* Die Lichtbrechung (Refraktion) in der Erdatmosphäre verursacht aber noch zu weitere Phänomene: Sowohl das Licht der Sonne als auch das des Mondes sind länger zu sehen als mathematisch vorausberechnet. So lange sich „Mond- und Sonnenscheibe“ noch nicht tiefer als ungefähr einen „Scheibendurchmesser“ unterhalb des Horizonts befinden, werden sie aufgrund der Refraktion "angehoben" und sind bereits komplett sichtbar. Allerdings erscheinen beide durch dieses Phänomen am Horizont auffällig gestaucht. Und schließlich bewirkt der lange Weg, den die beinahe parallel zur Erdoberfläche verlaufenden Lichtstrahlen in der von Wirbeln und Strömungen bewegten Lufthülle zurücklegen müssen, deutliche optische Verzerrungen von Mond und Sonne.

Entstehung und Beschreibung der Mondfinsternis in der Pressemeldung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR

Bilder der Mondfinsternis 2015


24. März 2018

Tag der Astronomie - Das geheime Leben der Sterne

Aus der Ankündigung des Vereins der Sternfreunde VDS:

"Bald ist es soweit: Zum 16. Mal bietet am Samstag, dem 24. März 2018  der Astronomietag Anlass und Gelegenheit für alle Interessierten, sich an Sternwarten, Planetarien, astronomischen Forschungsinstituten und bei engagierten Hobby-Astronomen im gesamten deutschen Sprachraum über astronomische Themen zu informieren und selbst einen Blick ins All zu werfen.

Wir freuen uns sehr, dass über 190 astronomisch interessierte Privatpersonen, Schulen, Volkssternwarten, amateurastronomische Vereine, Planetarien, Forschungsinstitute und weitere Einrichtungen in diesem Jahr unserem Aufruf gefolgt sind und in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz am Samstag, dem 24. März 2018 ein breit gefächertes Programm für die Öffentlichkeit anlässlich des Astronomietags anbieten." ..."Der Astronomietag 2018 steht unter dem Motto „Das geheime Leben der Sterne“. Der abendliche Sternhimmel bietet dazu Ende März zahlreiche Himmelsobjekte, an denen man den Werdegang eines Sterns erläutern kann: von der „Geburt“ in gigantischen Gas- und Staubwolken mit dem Orionnebel als prominentes Beispiel, hin zu den „Sternkindergärten“ der offenen Sternhaufen mit den berühmten Plejaden im Stier. Aber auch einzelne Sterne stehen im Fokus, deren unterschiedliche Temperaturen man mit eigenem Auge sehen kann. Und selbst das Ende eines Sterns können die Besucher im Teleskop erfahren: zum Beispiel mit dem Eskimonebel in den Zwillingen als Vertreter der Planetarischen Nebel und dem Krebsnebel, einem Supernova-Überrest im Stier".

Die Volkssternwarte Rothwesten wird am Astronomietag von 15 - 18 Uhr und bei klarem Himmel ab 20.00 Uhr öffnen.

 


November 2017

Am 4. November 2017 hat die Sternwarte nach Abschluss der Reparaturarbeiten an der Kuppel ihren regulären Betrieb wieder aufgenommen.

Die beschädigte Führungsschiene für den Kuppelschieber

Reparaturarbeiten


März 2017

  • Astronomietag am 25. März: Sehenswertes an der Sonnenbahn

"Im Mittelpunkt in diesem Jahr stehen Objekte entlang der Bahn der Sonne am Himmel, wie wir diese von der Erde aus sehen, der sogenannten Ekliptik. In der Nähe dieser gedachten Linie am Himmel halten sich nicht nur Planeten auf, es gibt viele weitere Interessante Himmelsobjekte wie Sternhaufen zu entdecken." Quelle: Verein der Sternfreunde VDS.

Die Volkssternwarte Rothwesten wird am Astronomietag 15 - 18 Uhr und bei klarem Himmel ab 20.00 Uhr öffnen.

Verein der Sternfreunde VDS: www.astronomietag.de


November 2016

Neue ‚Augen’ für die Volkssternwarte Rothwesten

Planeten, ferne Galaxien, Kugelsternhaufen und viele andere Objekte durch ein großes Fernrohr zu bestaunen, das ist seit vielen Jahren schon in der Volkssternwarte in Rothwesten möglich. Denn öffentliche Führungen finden regelmäßig an Samstagabenden von September bis Mai statt, in den Sommermonaten Juni bis August öffnet die Sternwarte nach Vereinbarung.

Nun wurde das Instrumentarium der Sternwarte erweitert: Mit einem im Oktober 2016 angeschafften  Großfernglas eröffnen sich neue Perspektiven bei der Beobachtung großflächiger Himmelsobjekte. Der Erwerb des Gerätes wurde ermöglicht durch einen Zuschuss von 2000 € der Kasseler Sparkasse, die seit 2013 Kooperationspartner der Sternwarte ist.

Übergabe des Fernglases am 11. Oktober 2016. Von links: Angelika Spitzer-Klinger (Betreiberin der Sternwarte, Dirk Köhling (Kasseler Sparkasse), Ralf Gerstheimer (Team Sternwarte Rothwesten)

 

Das Fernglas vom Typ Lunt Engineering 100 mm 45° ED-Apo bietet einen komfortablen 45° Einblick für bequemes und ermüdungsfreies Beobachten. Es erlaubt bei einer Brennweite von 550 mm und (2 x) 100 mm Öffnung zwar nur vergleichsweise geringe Vergrößerungen im Bereich von ca. 15 bis 70 fach, mit seiner enormen Lichtstärke und seinem großen Gesichtsfeld lassen sich sehr ausgedehnte und lichtschwache Himmelsobjekte aber besser beobachten als mit langbrennweitigen Teleskopen. Letztere zeigen zumeist nur einen sehr kleinen Himmelsauschnitt, so dass der Charakter großer Sternhaufen, Galaxien oder Nebel leicht verloren geht. Am Beispiel der Andromeda-Galaxie lässt sich dieser Zusammenhang gut verständlich erklären: Mit einer scheinbare Ausdehnung von mehr als sechs Vollmonddurchmessern könnte die Schwestergalaxie unserer Milchstraße ein sehr auffälliges Objekt am Nachthimmel sein. Ihr Licht ist aufgrund der riesigen Entfernung von über zwei Millionen Lichtjahren allerdings so schwach, dass man mit Mühe gerade einmal den Zentralbereich der Galaxie mit bloßem Auge wahrnehmen kann. Im Teleskop erscheint diese zentrale Region natürlich viel heller, jedoch kann die Gestalt dieser großen Welteninsel infolge des kleinen Himmelsausschnitts nur schwer erfasst werden. Dagegen zeigt das Großfernglas bei rund 20-facher Vergrößerung die Galaxie als Ganzes und dazu aufgrund der hohen Lichtstärke auch heller.

Veranschaulichung der unterschiedlichen Himmelsauschnitte im Großfernglas (weißer Rahmen) und im Teleskop (schwarzer Rahmen) am Beispiel der Andromeda-Galaxie.

 

Ähnlich verhält es sich bei großen Sternhaufen wie den Plejaden oder Hyaden, die in den nächsten Monaten besonders gut am Nachthimmel zu beobachten sind. Auch für die Beobachtung von Kometen, deren Schweif sich über einen größeren Bereich erstrecken kann, ist ein großes, helles Gesichtsfeld von großem Vorteil.

Das Team der Volkssternwarte hofft nun auf zahlreiche, klare Nächte, in denen das neue Instrument bei Führungen als Ergänzung der vorhandenen Teleskope eingesetzt werden kann.


Juli/August 2016

  • Sehr enge Konjunktion zwischen Jupiter und Venus

Am 27. August steht ein relativ seltenes Himmelsereignis an: Jupiter und Venus kommen sich perspektivisch sehr nahe, obwohl sie physikalisch über 700 Mio Kilometer voneinander entfernt sind. Mit bloßem Auge sind sie während der größten “Annäherung” nicht mehr als zwei eigenständige Himmelskörper zu unterscheiden.Leider ist die Sache ist aber etwas verzwickt:

1. Beide Planeten sind während der Konjunktion nur am Taghimmel sichtbar. Sie stehen unterhalb der Sonne, wenn sie sich gegen 20 Uhr in der max. bei uns sichtbaren Konjunktion befinden. Zur Beobachtung werden also optische Hilfsmittel benötigt,

2. Der minimal mögliche Abstand ist von unseren Breiten aus nicht beobachtbar. Denn erst nach Untergang der Planeten ist die Annäherung maximal, so dass sie uns verborgen bleibt. Trotzdem ist eine solch enge Konjunktion, wie wir sie am Samstag noch beobachten können selten und der Abstand ist immer noch geringer als der Abstand der bekannten  “Augenprüfer”-Sterne Alkor und Mizar im Großen Wagen. Während der letzten Konjunktion von Jupiter und Venus am 30. Juni 2015 (siehe weiter unten auf dieser Seite) betrug der Winkelabstand ca. 22 Bogenminuten, diesmal sind weniger als 10 Bogenminuten möglich (je nach Sichtbedingungen am Horizont. 60 Bogenminuten entsprechen 1 Grad).
 
Aber: Beide Planeten sind hell genug, dass sie bei klarem Himmel trotz der am Himmel stehenden Sonne im Fernglas oder Fernrohr gut zu sehen sind. Die Volkssternwarte wird dabei auch ihr neu angeschaffte Großfernglas einsetzen, das dafür besonders gut geeignet ist. Die Sternwarte öffnet ab 19 Uhr, der Eintritt ist frei.
 

  • Perseiden

Infografik der Fa. UniverseToGo zum Ablauf des Ereignisses. Zu beachten ist, dass der Mond in der Nacht vom 11./12. August zu 59% beleuchtet ist und somit die Sichtbarkeit der mittelhellen und schwachen Meteore zeitweise stark beeinträchtigt. Nach Monduntergang gegen 00:15 Uhr am 12.8. verbessert sich die Sichtbarkeit erheblich.

 

  • Sommerdreieck und Sommermilchstraße

Mit Eintritt der Dunkelheit zeichnet sich in den beiden Sommermonaten in dunklen Gegenden die Milchstraße als schimmerndes Band gegen  den Hintergrund ab. Es ist die galaktische Scheibe, die wir aus dem Inneren heraus betrachten: Blicken wir senkrecht zur Ebene der Galaxis, liegen wenige Sterne im Sichtfeld; blicken wir parallel entlang der Scheibe, stehen die Sterne so dicht, dass unser Auge sie gar nicht mehr trennen kann und lediglich ein helles Band wahrnimmt.

Zur Orientierung am Sommersternhimmel eignen sich 3 helle Sterne, deren gedachte Verbindung ein großes Dreieck bildet. Es sind die Hauptsterne der Sternbilder Schwan, Adler und Leier, die recht gut aufzufinden sind und als Aufsuchhilfe für viele weitere Himmelsobjekte dienen können.  So findet man z.B. das kleine Sternbild Pfeil innerhalb des Dreiecks in Richtung Altair. Das Sternbild Herkules sucht man etwa in der Entfernung der beiden Sterne Deneb und Wega, oberhalb einer Linie, die von Deneb aus Richtung Wega verlängert wird.

  • Kugelsternhaufen und leuchtende Nebel

Hantel-Nebel im Sternbild Pfeil (Sagitta). Dieser planetarische Nebel ist leicht in einem Fernglas oder Teleskop zu beobachten.

Nordamerika-Nebel im Sternbild Schwan (Cygnus). Die riesige Gaswolke besteht fast ausschließlich aus Wasserstoff-Gas und benötigt zur Beobachtung ein wenig vergrößerndes, aber lichtstarkes Instrument und einen dunklen Nachthimmel.

Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules. Etwa 500.000 Sterne bilden dieses sehr alte Objekt, das mit bloßem Auge gerade noch als verwaschenes Sternchen erkennbar ist. Vorausgesetzt, dass der Himmelshintergrund dunkel genug ist. in einem kleinen Teleskop ist M13 gut als verwaschener runder Fleck erkennbar, in größeren Teleskopen kann dieser "Nebel" in Einzelsterne aufgelöst werden.

  • Nachtleuchtende Wolken

In den Monaten des höchsten Sonnenstandes werden Wolken in großen Höhen, wie z.B. Cirrus-Wolken, nach Sonnenuntergang noch angeleuchtet. Bei Eintritt der Dunkelheit zeichnen sich diese Wolken dann als nachtleuchtende Wolken gegen den mäßig dunklen Himmel ab. Nicht beleuchtete Wolken dagegen erscheinen dunkel(grau).

 


Mai/Juni 2016

  • 3 Planeten am Nachthimmel:

Jupiter steht nach seiner Opposition im März immer noch hoch am Firmament und bleibt nach dem Mond das auffälligste Gestirn am Nachthimmel. Seine Größe (ca. 140.000 km Durchmesser), seine Helligkeit und seine Beobachtungshöhe machen ihn zum interessanten Beobachtungsobjekt, das neben den vier großen Monden auch viele Strukturen in seiner Gasatmosphäre erkennen lässt.

Jupiter am 20.4.2016, Aufnahme: Ralf Gerstheimer

Mars überschreitet Ende Mai mit Einbruch der Nacht den Südost-Horizont. Durch seine große Helligkeit und die rötliche Farbe ist er leicht am Himmel zu identifizieren. Etwas westlich von Mars befindet sich der rote Riesenstern Antares, Hauptstern des Sternbildes Skorpion. Die Bezeichnung Antares bedeutet ‚Gegenmars’ und zielt auf die ebenfalls rötliche Farbe des Sterns und dessen Helligkeit ab. Die geringe Horizonthöhe von Mars macht es im Teleskop allerdings nur in Ausnahmefällen möglich, Details auf der steinigen, wüstenartigen Oberfläche zu erkennen. Ursache hierfür ist die Luftunruhe, die flach in die Atmosphäre einfallende Lichtwellen besonders stark deformiert.

Mars am 22.3.2012, Aufnahme: Ralf Gerstheimer

Saturn erscheint eine knappe Stunde nach Mars am Himmel. Da er wesentlich weiter von der Sonne entfernt ist als Mars und Jupiter, ist Saturn nicht so auffällig und erscheint etwa so hell wie die hellsten Sterne. An seinem höchsten Punkt im Süden erreicht er nur ca. 18° Höhe über dem Horizont und zeigt somit wie Mars im Teleskop nur selten Strukturen seiner Wolkenhülle. Lediglich der berühmte Ring kann auch bei schlechten Beobachtungsbedingungen eindeutig identifiziert werden.

Saturn am 15.3.2007, Aufnahme: Ralf Gerstheimer

  • Frühjahr ist Galaxienzeit:

Nahe, benachbarte oder auch weit entfernte Galaxien sind zu jeder Jahreszeit am Himmel zu bestaunen. In den Frühlingsmonaten jedoch bietet sich in der Sternwarte die Möglichkeit, Ansammlungen von Galaxien, sogenannte Galaxienhaufen, zu beobachten. Naturgemäß ist es dazu erforderlich, aus großer Entfernung auf diese Galaxienhaufen zu blicken, um eine Zusammenballung überhaupt als solche Wahrnehmen zu können. Der Virgo-Galaxienhaufen im Sternbild Jungfrau befindet sich z.B. ca. 50 Millionen Lichtjahre von uns entfernt, der Coma-Galaxienhaufen im Sternbild Haar der Berenike sogar ca. 350 Millionen Lichtjahre. Der Blick auf diese weit entfernten Sterneninseln ist somit auch ein Blick zurück in die Vergangenheit, denn es zeigt deren Zustand so, wie er zu jenem Zeitpunkt gewesen ist, als das Licht ins Weltall abgestrahlt wurde. Was würden wohl Beobachter auf einem 50 Millionen Lichtjahre entfernten Planeten sehen, wenn Sie mit Superteleskopen die Erde beobachten könnten?

Virgo-Galaxienhaufen, aufgenommen am 7.5.2016 von Ralf Gerstheimer


  • Merkurtransit am 9.5.2016

Am 9. Mai war ein Merkurtransit zu beobachten. Zwischen 13:13 Uhr (1.Kontakt) und 20:40 Uhr MESZ (4. Kontakt, Zeiten für Kassel) durchquerte der innerste Planet des Sonnensystems die "Sonnenscheibe". Streng genommen handelte es sich dabei um eine Sonnenfinsternis, wenngleich die Abdunkelung des Sonnenlichts nur minimal war. Beim Transit befand sich Merkur zwischen Erde und Sonne und kam uns dabei maximal nahe. Sein scheinbarer Durchmesser betrug etwas mehr als 12 Bogensekunden. Der nächste Transit erfolgt 11.11.2019, der nächste in Mitteleuropa vollständig zu beobachtende am 7.11.2039.

 

Geräte für die Transitbeobachtung: Auch auf dem Bildschirm konnte der Transit in voller Länge verfolgt werden.

Sonne und Merkur bei einer Lichtwellenlänge von 656,3 nm (H-Alpha)

Sonne und Merkur bei einer Lichtwellenlänge von 396 nm (Calzium-K-Linie)


Merkurtransit am 7.5.2003. Unterhalb von Merkur befand sich ein Sonnenfleck.

Merkurtransit am 7.5.2003.

Die letzten und nächsten  Merkurdurchgänge

DATUM SICHTBAR IN MITTELEUROPA
14.11.1953
Nein
06.05.1957
Nein
07.11.1960
Beginn
09.05.1970
Vollständig
10.11.1973
Vollständig
13.11.1986
(Nein)*
06.11.1993
Nein
15.11.1999
Nein
07.05.2003
Vollständig
08.11.2006
Nein
09.05.2016
Vollständig
11.11.2019
Beginn
13.11.2032
(fast) Vollständig
07.11.2039
Vollständig
07.05.2049
Vollständig

 


 

März 2016

  • 8. März 2016: Jupiter in Opposition

Stereobild für Kreuzblick am Tag der Opposition um 00.23 UT: Doppelte Sonnenfinsternis mit Europa (links zu erahnen direkt über seinem Schatten) und Io mit Schatten rechts.

Für größere Ansicht: Rechtsklick -> Grafik anzeigen.

Aufnahme: Ralf Gerstheimer

Hinweis: Beim Kreuzblick betrachtet das rechte Auge das linke Bild und das linke Auge das rechte Bild - man muss dabei schielen. Dabei erscheinen 3 Bilder, das mittlere zeigt die 3D-Ansicht. Wer es nicht sofort hinbekommt, sollte nicht gleicht aufgeben. Zeit nehmen und ein Weilchen üben. Wenn es einmal klappt, geht es immer. Artikel bei Wikipedia

  • Astronomietag am 19. März 2016

„Der von der Vereinigung der Sternfreunde ins Leben gerufene bundesweite Astronomietag bietet Anlass und Gelegenheit für jeden Interessierten, sich über astronomische Themen zu informieren und selbst einen Blick ins All zu werfen. Der Termin ist dabei jeweils so abgestimmt, dass an diesem Tag attraktive Beobachtungsmöglichkeiten bestehen. Sternwarten, Planetarien, astronomische Institute und engagierte Hobby-Astronomen bringen Ihnen den Himmel ein Stück näher.“ (Verein der Sternfreunde VdS).

Unter dem Motto "Faszination Mond - die lange Nacht mit Luna" wird der natürliche Begleiter der Erde im Mittelpunkt stehen. An diesem Tag, 4 Tage vor Vollmond, ist er gut zu beobachten und mit bloßem Auge, Fernglas und Teleskop erschließen sich auf dem uns nächstgelegenen Himmelskörper mehr Details als auf allen anderen beobachtbaren Objekten im All. Darüber hinaus wird sich die Gelegenheit bieten, auch auf andere, weit entfernte Monde, einen Blick zu werfen: Die vier galiläischen Monde des Jupiters. Zuvor werden die Teleskope der Sternwarte am Taghimmel auf die Sonne gerichtet sein und faszinierende Ansichten des uns nächstgelegenen Sterns ermöglichen.

Jupiter mit seinen Monden Ganymed (rechts) und Io (links), dessen Schatten auf Jupiter eine Sonnenfinsternis erzeugte.

Die Volkssternwarte Rothwesten öffnet ihre Pforten von 14 – 18 Uhr und bei klarem Himmel ab 20 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei.


September 2015

  • Totale Mondfinsternis am 28.9.2015

Am 28. September schob sich die Erde zwischen Sonne und Mond. Dabei verdunkelte die Erde zwischen 3:07 Uhr und 6:28 Uhr MESZ mit ihrem Schatten den Mond.

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Zeitraffervideo

 

Beobachtung der partiellen Phase vom Rundgang des Sternwartenturms aus.

Zwischen 4.11 Uhr und 5.24 Uhr MESZ war der Mond total verfinstert.

Beobachter am 30cm Newton in der Sternwartenkuppel

Kasseler Becken mit Nebelfeldern

Planetenparade am Morgenhimmel: (J)upiter, (M)ars und (V)enus. Zwischen Mars und Venus ist (R)egulus, Hauptstern im Sternbild Löwe, zu sehen.


Juni 2015

  • Konjunktion Jupiter/Venus am 30. Juni 2015.
  •  Aufnahme: 23:02 MESZ am 30.6. in Habichtswald. Im Hintergrund Bärenberg

Die Planeten Jupiter und Venus näherten sich in der Nacht vom 30.6. zum 1.7. 2015 bis auf ca. 20' (Bogenminuten) einander an. Es handelte sich dabei jedoch um ein optisches Phänomen, das sich aus der Perspektive eines Beobachters auf der Erde ergab. Da Jupiter zu diesem Zeitpunkt ca. 908 Mio km und Venus ca.78 Mio km von der Erde entfernt waren, ergab sich eine tatsächliche Distanz von ca. 830. Mio km.

Selten zeigen sich im Telekop zwei Planeten gleichzeitig so detailiert im Teleskop. Links ist Jupiter mit Wolkenbändern, rechts Venus als Sichel zu erkennen.